Eigentlich wollte ich nur die Software im Infotainment meines Hyundai Kona N-Line Mildhybrid aktualisieren. Da ich Linux nutze , hatte ich das Problem das der Installer nur mit Windows funktioniert. Die Windows VM hatte auch rungezickt, also musste eine andere Lösung her.
Die Lösung war nach ein bissl googeln Nudl. Keine Spaghetti, aber ein (Navigation Update Downloader) welches ein inoffizielles Updatetool ist, um Infotainment Systeme zu aktualisieren.
Die Dateien konnte ich auf diese Weise heruntergeladen, den USB-Stick mit exFAT formatieren und dann war vorbereitet. Im Auto kam dann allerdings nur die Meldung „Keine Mediendateien vorhanden“. Die Schaltfläche zum Aktualisieren blieb ausgegraut.
Hatte abends keine Lust mehr da der Download ewig gedauert hatte, wollte mich aber nicht geschlagen geben, denn ohne diesem neuen Softwareupdate funktioniert die Companion App auf dem Smartphone nicht mehr. Komme dementsprechend dann auch nicht mehr in den Hyundai Account usw.
Zumal ich festgestellt habe, dass mein Systemupdate noch von Juni 2025 stammt ist das Update dringend nötig. Das letzte Update ist von September 26.
Der Ordner HU muss mit auf den Stick
Mein Kona hat das Gen5W-Navigationssystem. Für solche USB-Updates empfiehlt Hyundai einen 64-GB-Stick mit exFAT. Bei der Auswahl des Downloads muss außerdem das genaue Fahrzeug passen: Ein Kona N-Line ist kein Kona N. Das hatte bei der Vorbereitung ebenfalls für Verwirrung gesorgt. (update.hyundai.com)

Heruntergeladen hatte ich das Paket mit dem Werkzeug nudl, was ich weiter oben schon kurz erklärt hatte, das auch unter Linux läuft. Es ist eine inoffizielle Alternative zum Hyundai Navigation Updater.
Auf meinem Stick lagen zunächst die Ordner firmware und images direkt im Hauptverzeichnis. Das sah auf den ersten Blick plausibel aus, entsprach aber nicht den Pfaden des Update-Pakets. Beide Ordner gehören in einen übergeordneten Ordner namens HU.
Der entscheidende Hinweis stand in der Datei 2020_Kona_EU.ver. Sie enthält die Dateiliste des Pakets samt Pfaden und Prüfsummen. Dort sind beispielsweise HU\firmware\update.tar.gz und Dateien unter HU\images\ vorgesehen.
Für mein Paket sieht die Struktur auf dem USB-Stick deshalb so aus:
2020_Kona_EU.ver Direkt im HauptverzeichnisAppUpgrade Direkt im Hauptverzeichnis.lge.upgrade.xml Direkt im Hauptverzeichnis.whatsnew.tar.gz Direkt im Hauptverzeichnisfirmware Im Ordner HUimages Im Ordner HUMit Hauptverzeichnis, auch Root genannt, ist die erste Ebene gemeint, die man beim Öffnen des Sticks sieht. Ein zusätzlicher Ordner mit dem Namen des Downloads gehört dort nicht um sämtliche Update-Dateien herum.
Nutzt man den offiziellen Downloader von Hyundai, braucht man sich um solche Dinge nicht kümmern.
Zwei Dateien, die man leicht übersieht
Die beiden Dateien .lge.upgrade.xml und .whatsnew.tar.gz hatte ich zunächst nicht berücksichtigt. Unter Linux werden Dateien mit einem Punkt am Anfang normalerweise ausgeblendet. Im Dateimanager lassen sie sich meist mit Strg + H anzeigen. Auch unter Windows sollte man vor dem Kopieren die Anzeige versteckter Dateien einschalten.
Dann lässt sich prüfen, ob wirklich der gesamte Inhalt des Downloadordners auf dem Stick landet. Die Dateinamen müssen dabei erhalten bleiben, einschließlich des führenden Punktes.
Nachdem ich die Struktur korrigiert und die versteckten Dateien berücksichtigt hatte, wurde das Software-Update im Auto angezeigt. Die Meldung über fehlende Mediendateien allein war für die Fehlersuche also wenig hilfreich. Entscheidend war, dass die Aktualisierungsfunktion das Paket anschließend erkannte.

Für die Installation sollte man ausreichend Zeit einplanen. Als groben Rahmen habe ich etwa 20 bis 50 Minuten im Blick; abhängig vom Paket und System kann es auch länger dauern. Währenddessen muss die Stromversorgung gesichert bleiben und der Stick angeschlossen bleiben. Wer das Update bei laufendem Motor durchführt, startet ihn vor Beginn und führt den Vorgang ausschließlich im Freien durch. Maßgeblich sind die Hinweise des jeweiligen Fahrzeugs. (ownersmanual.hyundai.com)
Für mich war diesmal schon die Vorbereitung deutlich umständlicher als erwartet. Beim nächsten Mal kontrolliere ich vor dem Gang zum Auto gleich den Ordner HU und die versteckten Dateien.
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