Überarbeitet am 8. September 2026.

Diesen Artikel habe ich ursprünglich 2017 geschrieben, als über Änderungen an der Prüfungsordnung diskutiert wurde. Seitdem hat sich einiges sortiert. Vor allem seit dem 1. Januar 2020 gelten einheitliche Anforderungen für die Deutschen Schwimmabzeichen, und die frühere Trennung zwischen Jugend- und Erwachsenenschwimmabzeichen gibt es nicht mehr.

Da ich selbst als Fachangestellter für Bäderbetriebe Schwimmabzeichen abnehme, ist das für mich kein rein theoretisches Thema. Hier deshalb der aktuelle Stand 2026 nach den Angaben der DLRG.

Seepferdchen: noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen

Die DLRG weist ausdrücklich darauf hin, dass das Seepferdchen noch kein Nachweis dafür ist, dass ein Kind sicher schwimmen kann. Dafür ist mindestens das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze gedacht.

Für das Seepferdchen werden aktuell verlangt:

  • Kenntnis der Baderegeln,
  • Sprung vom Beckenrand und anschließend 25 Meter Schwimmen in Bauch- oder Rückenlage,
  • bei Bauchlage erkennbares Ausatmen ins Wasser,
  • Heraufholen eines Gegenstandes aus schultertiefem Wasser.

Gerade das Ausatmen ins Wasser war schon bei der damaligen Änderung ein Punkt, über den ich viel nachgedacht habe. Aus der Praxis weiß ich: Für manche Kinder ist genau das zunächst eine große Hürde. Wassergewöhnung und Vertrauen ins Wasser sind deshalb mindestens genauso wichtig wie das reine Erfüllen einer Prüfung.

Deutsches Schwimmabzeichen Bronze

  • Kenntnis der Baderegeln,
  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand,
  • 15 Minuten Schwimmen, mindestens 200 Meter,
  • davon 150 Meter in Bauch- oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 50 Meter in der anderen Körperlage,
  • einmal etwa 2 Meter Tieftauchen und einen Gegenstand heraufholen,
  • Paketsprung vom Startblock oder 1-Meter-Brett.

Bronze ist für mich der entscheidende Schritt. Ab hier zeigt der Prüfling nicht nur, dass er irgendwie 25 Meter über Wasser kommt, sondern dass eine gewisse Ausdauer, Orientierung und Sicherheit vorhanden ist.

Deutsches Schwimmabzeichen Silber

  • Baderegeln und Kenntnisse zur Selbstrettung,
  • 20 Minuten Schwimmen, mindestens 400 Meter,
  • davon 300 Meter in einer erkennbaren Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage und 100 Meter in der anderen Körperlage,
  • zweimal etwa 2 Meter Tieftauchen mit Heraufholen je eines Gegenstands,
  • 10 Meter Streckentauchen,
  • Sprung aus 3 Metern Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus 1 Meter Höhe.

Deutsches Schwimmabzeichen Gold

Gold verlangt deutlich mehr Ausdauer und Technik. Dazu gehören unter anderem:

  • 30 Minuten Schwimmen mit mindestens 800 Metern, davon 650 Meter in einer Lage und 150 Meter in der anderen,
  • 25 Meter Kraul nach Startsprung,
  • 50 Meter Brustschwimmen nach Startsprung in höchstens 1:15 Minuten,
  • 50 Meter Rückenschwimmen,
  • 10 Meter Streckentauchen aus der Schwimmlage,
  • dreimal Tieftauchen mit Heraufholen eines Gegenstands,
  • Sprung aus 3 Metern oder zwei verschiedene Sprünge aus 1 Meter,
  • 50 Meter Transportschwimmen,
  • Kenntnisse zu Baderegeln sowie Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen.

Was sich gegenüber meinem alten Artikel geändert hat

Mein ursprünglicher Beitrag vermischte mehrere Entwurfsstände aus 2017/2018 mit der späteren Prüfungsordnung von 2020. Das war historisch nachvollziehbar, ist als heutige Anleitung aber verwirrend. Deshalb habe ich die alten Zwischenstände und kaputten PDF-Links entfernt.

Für Prüfungen sollte ohnehin immer die aktuelle offizielle Prüfungsordnung herangezogen werden und nicht irgendein alter Blogartikel – auch meiner nicht.

Noch ein Praxispunkt: Entgelt und Bon

Wer für die Abnahme von Schwimmabzeichen ein Entgelt kassiert, stößt schnell auf die nächste Frage: Muss dafür immer ein Bon ausgestellt werden? Dazu habe ich meinen älteren Beitrag ebenfalls auf den Stand 2026 gebracht: Bonpflicht bei Schwimmabzeichen – was bei offenen Kassen gilt.

Fazit

Die heutigen Prüfungen sind aus meiner Sicht deutlich stärker auf echte Schwimmfähigkeit und Ausdauer ausgerichtet als nur auf eine einmal geschaffte Strecke. Besonders Bronze ist dabei wichtig: Das Seepferdchen ist ein toller erster Erfolg, aber eben noch kein Freifahrtschein dafür, ein Kind unbeaufsichtigt schwimmen zu lassen.

Quelle: DLRG: Die Schwimmabzeichen – aktuelle Prüfungsleistungen.