Nun reihe ich mich ein in die Riege der E-Scooter Fahrer, denn seit letzter Woche Donnerstag besitze ich einen. Ich habe mir angesichts der Tatsache das ich einen relativ kurzen Arbeitsweg habe und die Spritpreise momentan nur einen Weg kennen, nämlich immer teurer zu werden, diesen bei Mediamarkt zugelegt und habe dabei einen Schnapper gemacht. Aber dazu weiter unten mehr.

Ich wollte einen Scooter haben der auch gewisse Steigungen bewältigen kann, ohne das ich absteigen muss. Denn hier zwischen dem Vogelsberg und der Rhön gibt es schon gewisse Steigungen. Die eine zur Arbeit im Ort hat ca. 13 Prozent Steigung, die andere und längere (9 km) ca. 8 %. Dazu sollte der Scooter 10 Zoll Bereifung haben und 120 kg tragen können. Dazu eine Federung sowie Licht und Blinker.

Der Niu KQi 300P hat alles und kann vollgeladen 48 km fahren. Allerdings werde ich erst kommende Woche die Chance haben den längeren Arbeitsweg mit dem Scooter zu fahren. Auf jeden Fall habe ich diesen bei Mediamarkt gefunden und nach einer recht kurzen Recherche samt Testberichte lesen hatte ich mich dann für diesen entschieden. 369 € im Angebot ist nicht viel für so einen Scooter. Auf der Herstellerseite kostet dieser 699 €.

Ein Überblick über die Herstellerangaben:

  • Maximal 48 km Reichweite

  • 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

  • 20 % Steigung Steigfähigkeit

  • Maximal 900 W; Nennleistung 450 W

  • 486,7 Wh & Akkuladezeit 5 h

  • 20,85 kg (inkl. Akku) Fahrzeuggewicht

  • Lenkerbreite 54,2 cm Lenkerlänge

  • Schlauchlose Reifen, 26,7 cm

  • LED vorne und hinten / Seitenreflektoren / Blinker

  • Doppelscheibe (vorne & hinten) + Rekuperation Bremse

  • Hydraulische Federung (45 mm Hub)

  • Intelligentes Entsperren mit der NIU APP

Eins vorneweg; es macht einen Heidenspaß mit dem Ding zu fahren. Mit 22 km/h in der Spitze fühlt sich das richtig schnell an. Die Steigung zum Freibad hoch (13%) schafft der Scooter noch mit 13 bis 17 km/h, je nachdem wie viel Gewicht der schleppen muss. Ich habe mich für diese Scooter-Variante entschieden, weil ich nicht der leichteste Mensch bin mit 99 Kilo auf 1,83 m und man immer noch mit zusätzlichem Gewicht, wie einem Rucksack rechnen muss. Daher die 120 Kilo Nutzlast.

Das Fahren

Wenn man losfahren möchte, muss man zuerst ein bisschen Geschwindigkeit bekommen und mit den Füßen antreten sonst gibt der Scooter keinDie App Gas. Das ist am Anfang etwas ungewohnt und beim ersten Gas geben kann man schon mal überrascht werden, wenn der Scooter davon zieht. Bei den Kurvenfahrten musste ich mich komplett umstellen und mein Gewicht verlagern sonst holt man aus wie ein Panzer. Das ist auf jeden Fall anders als beim Fahrrad fahren. Auch muss man beide Hände immer am Lenker haben und ein Gefühl dafür bekommen wie stark man lenken muss, denn sonst liegt man sich hin. Beim Bergfahren merkt man sein Gewicht in den Händen, denn es zieht einem förmlich nach hinten. :-)

Da man beim Fahren nicht die Hände vom Lenker lassen kann, muss im Straßenverkehr der Blinker eingesetzt werden, denn eine Hand ausstrecken, wie beim Fahrradfahren ist nicht möglich. Auf dem Gehweg fahren mit dem Scooter ist nach dem neuen Gesetz für E-Scooter nur noch begrenzt möglich. Das Gesetz tritt erst im März 27 in Kraft, aber das jetzt schon so zu machen ist auch nicht verkehrt. Allerdings, auf viel befahrenen Straßen, wie Bundesstraßen usw. würde ich mir eher einen Radweg suchen, anstatt auf der Straße zu fahren. Als Fahrradfahrer/E-Scooter Fahrer hat man immer die Arschkarte.

Hier ein Blick auf das neue zukünftige Gesetz:

  • Überall dort, wo der Radverkehr freigegeben ist, dürfen automatisch auch E-Scooter fahren.

  • Auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen, die durch Zusatzzeichen für E-Scooter freigegeben sind, darf man nur mit Schrittgeschwindigkeit und besonderer Rücksichtnahme fahren.

  • Kommunen können künftig selbst entscheiden, ob und wo Sharing-E-Scooter im öffentlichen Raum abgestellt werden dürfen und dafür spezielle Flächen ausweisen.

  • E‑Scooter müssen Radwege nur noch dann benutzen, wenn für diese auch eine Benutzungspflicht für den Radverkehr angeordnet ist; andernfalls ist das Fahren auf der Fahrbahn zulässig.

  • An einem Grünpfeil für Radfahrer sollen E-Scooter-Fahrer künftig nun auch bei Rotlicht unter denselben Bedingungen wie Radfahrer abbiegen dürfen.

  • Neu zugelassene E-Scooter sollen zukünftig verpflichtend mit Blinkern ausgestattet sein. Zudem brauchen sie eine technisch voneinander getrennte Vorder- und Rückbremse.

Beim Fahren musste ich mich zuerst an das Bremsen gewöhnen, der Scooter hat an der Vorderachse und Hinterachse eine Scheibenbremse. Zusätzlich eine Rekuperation-Bremse zum Laden den intern verbauten Akku. Die Rekuperation reicht oftmals aus um, vorausschauend gefahren, bremsen zu können. Beim Bremsen aktiviert sich das Bremslicht hinten, so das auch andere Verkehrsteilnehmer mitbekommen das gebremst wird.

Vorteilhaft finde ich zudem, dass das Abblendlicht sowie Rücklicht immer eingeschaltet ist beim Fahren.

Die Fahrmodis

Der Scooter hat 2 Fahrmodus, voreingestellt ist der "e-Save" Modus, was für eine Reichweitenverlängerung sorgen soll. Diesen kann man aber mit einem Klick auf die Ein/Aus Taste am Scooter ändern. Im e-Save Mode fährt der Scooter maximal 15 km/h, ohne 22 km/h und ist dann deutlich bissiger im Antritt.

Die App

Wie zu jedem Gerät gibt es auch hier eine App. Einmal verbunden, dient die App zur Aufzeichnung der gefahrenen Strecken sowie anzeige des Akkustandes, der auf dem Display des Scooters nur als Balken erkennbar ist. Zum anderen kann man damit eine Wegfahrsperre einrichten. Die dann aktive Alarmanlage fängt an zu piepsen und die Blinker blinken, wenn jemand den Scooter dann wegtransportieren möchte. Allzu laut ist diese nicht, es empfiehlt sich daher immer ein Schloss mitzunehmen, wenn man den Scooter irgendwo abstellen möchte.

Mit der App lässt sich auch einstellen wie stark das regenerative Bremsen sein soll, ab wie viel Km/h sich der Motor einschalten lässt. Ebenso das Ladelimit der Batterie. Es gibt auch einen dynamischen Modus, da habe ich allerdings noch nicht durchgeblickt, wie sich dieser auswirkt.

Fazit

Ich bin total begeistert von dem Ding und froh nun auch elektrisch unterwegs sein zu können. Der Scooter ist für mich ein Kompromiss zu einem Fahrrad (E-Bike) denn das bekomme ich zu Hause schlecht unter. Den Scooter kann ich zusammenklappen und in die Ecke stellen. Da nimmt dieser so gut wie keinen Platz weg.

Ich hoffe, der kleine Bericht hat euch gefallen. Wenn ja, schreibt einen Kommentar und teilt diesen Artikel. Bewerten könnt ihr diesen auch auf meinem Blog.